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Was ist besser, Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer?

Vor dem Kauf einer Schlagbohrmaschine stellt sich zwangsläufig die Frage, welche Aufgaben mit diesem Elektrowerkzeug erledigt werden sollen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist der blaue Boschhammer allgegenwärtig, denn er ist universell einsetzbar.

Der Bohrhammer sieht aus wie eine Schlagbohrmaschine und erfüllt trotzdem noch weitere Funktionen. Er kann bohren und dies sogar mit oder ohne Schlag. Er kann aber auch bei abgeschalteter Rotation und eingeschaltetem Schlagwerk stemmen. Diese Vielseitigkeit macht ihn zum Bohrhammer. Zwar ist er etwas preisintensiver als eine in ihren Leistungsparametern vergleichbare Schlagbohrmaschine. Bosch, Makita und Metabo bieten sowohl Schlagbohrmaschinen als auch Bohrhämmer an. Sollte man sich angesichts dieser qualitativ ausgezeichneten Auswahl nicht gleich für einen Bohrhammer mit universeller Verwendbarkeit entscheiden?

Die Vorteile einer Schlagbohrmaschine

Schlagbohrmaschinen weisen hinsichtlich der unterschiedlichen Nutzung im Heimwerker- und Profibereich gravierende Unterschiede auf. Schlagbohrmaschinen besitzen meist nicht das rabiate Drehmoment einer Profimaschine. Dies ist für die gelegentliche Anwendung auch nicht erforderlich. Solche Maschinen sind aber auch nicht so kostenintensiv und ihr Konzept beruht fast immer auf einem universellen Schnellspannfutter für zylindrische Bohrer.

Mit dieser Ausstattung können Hartmetallbohrer mit zylindrischem Schaft, aber auch HSS-Bohrer und Normalbohrkronen verwendet werden. Dieses Konzept des einen Bohrfutters für alle Bohrer ist sehr vorteilhaft.

Solche Schlagbohrmaschinen im Heimwerkerbereich oder im Grenzbereich zur gewerblichen Nutzung können jedoch nicht stemmen. Dazu wäre prinzipiell ein SDS-plus-Schnellspannbohrfutter erforderlich. Ihr Schwerpunkt liegt vielmehr auf der Bohrfunktion zum vorteilhaften Anschaffungspreis.

Der Unterschied: Was macht ein Bohrhammer anders?

Ein Bohrhammer ist, wie bereits gesagt, mit einem SDS-plus-Bohrfutter ausgerüstet. Damit kann er Hartmetallbohrer und Bohrkronen sowie Meißel mit SDS-plus-Aufnahme und in Profiqualität aufnehmen.

Diese Maschinen sind für den harten Baustelleneinsatz konzipiert und beispielsweise bei der Bosch-blau-Serie mit noch höherwertigeren Getrieben als Heimwerkermaschinen ausgestattet. Diese Maschinen können bohren und stemmen und der Handwerker auf der Baustelle benötigt nur eine Maschine für alle Arbeiten. Einschränkend muss jedoch gesagt werden, dass auch ein Bohrhammer nicht die Arbeiten eines schweren Abbruchhammers im Dauerbetrieb ersetzen kann.

Das gravierendste Problem eines Bohrhammers beruht in seiner Abnutzung durch die Verwendung. Allmählich schlagen seine Getriebeteile, seine Welle und das Bohrfutter aus und die Maschine beginnt, unrund zu arbeiten. Die Bohrlöcher fallen etwas größer aus als dies der Durchmesser des Bohrers oder der Bohrkrone verspricht.

Bei einer Elektro-Hohlwanddose beispielsweise, die ein präzises 68er Loch benötigt, kann die Bohrung mit einem Bohrhammer durchaus 70 mm betragen und die Dose findet keinen Halt.

Fazit: Bohrhammer oder Schlagbohrmaschine kaufen?

Deshalb gilt, dass keiner der beiden Maschinentypen besser ist als der andere. Für ausschließliche Bohrungen mit und ohne Schlag lohnt sich eine preisgünstigere Schlagbohrmaschine. Werden häufige Stemmfunktionen benötigt, erhält ein Bohrhammer den Vorzug.