Bohrmaschinen-Test.com

Geschichte der Bohrmaschine

In unserer heutigen technisierten Welt gehört eine Bohrmaschine zur Standardausrüstung eines jeden Handwerkers und auch unzählige Heimwerker erleichtern sich mit ihr die Arbeit. Sie ist längst zur Selbstverständlichkeit geworden, denn sie hilft uns beim Bohren, Stemmen, Schrauben, Quirlen und anderen Tätigkeiten. Heutige junge Generationen kennen fast nur noch die elektrische Bohrmaschine und die Brustleier oder Handbohrmaschine ist bereits für sie ein Relikt der Vergangenheit. In Wirklichkeit führt die Entstehungsgeschichte der Bohrmaschine jedoch noch viel weiter zurück.

Erste Bohrwerkzeuge circa 3.500 Jahre v. Chr. im Einsatz

Geschichtliche Dokumentationen sagen aus, dass die ersten Bohrwerkzeuge circa 3.500 Jahre v. Chr. entwickelt wurden. Diese These ist umstritten, denn bereits unter den ausgegrabenen Gegenständen mancher Urvölker finden sich nachweislich künstlich durchbohrte Steine. Ohne technische Hilfsmittel wäre dies nicht möglich gewesen, aber den Forschern fehlen die praktischen Hinweise, wie diese Bohrgeräte ausgesehen haben könnten.

Der Mensch macht sich die natürlichen Vorkommen zum Bohren zunutze

Die ersten Steinbohrapparate, wie sie beispielsweise auf der Webseite des namhaften deutschen Herstellers von Elektrowerkzeugen Bosch dargestellt (weiterlesen) werden, stammen tatsächlich aus der Zeit von 3.500 v. Chr.. Sie bestanden aus einem Gerüst mit zwei Astgabeln und einem Querholz. In dessen Aufnahme rotierte ein Bohrer aus Holunderstecken oder Horn und die Bohrwirkung wurde mittels Reibung von angefeuchtetem Quarzsand erzeugt. Der Bohrer wurde mit einer „Fidel“ bewegt, einem Bogen mit Sehne, die straff um den Bohrer geschlungen wurde. Durch Hin- und herziehen der Fidel drehte sich der Bohrer und der Quarzsand rieb das Loch in das Werkstück.

Diese Art der vorgeschichtlichen Bohrmaschine hatte einen langen Bestand, denn die Industrialisierung hatte längst nicht eingesetzt und Bohrarbeiten spielten keine große Rolle. Erst mit der häufigeren Verarbeitung von Metallen veränderte sich die Notwendigkeit von Bohrarbeiten und im 11. Jahrhundert, so sagt es das Deutsche Museum (weiterlesen) aus, entstanden Rollenbohrer, Bohrleiern und Rennspindeln.

Bohrarbeiten im anfänglichen Zeitalter der Mechanik

Rollenbohrer nutzten ebenfalls das Prinzip der „Fidel“. Das Bohrgerät jedoch war ein Handwerkzeug und der Bohrer wurde durch den Handteller auf das Werkstück gedrückt. Später verwendete man ausgehöhlte Nussschalen und andere Materialien, die den Handteller schonten.

Rennspindeln bestanden aus zwei beweglichen Schenkeln, zwischen denen ein Riemen gespannt wurde, der den Bohrer umschlang. Drückte man auf die Rennspindel, spannten die Schenkel den Riemen und er versetzte den Bohrer in eine Rotation. Ein Schwungrad auf der Bohrerwelle sorgte dafür, dass sich der Riemen in der Rückwärtsbewegung wieder auf dem Bohrer aufwickelte.

Das Prinzip des Schwungrades gab der Rennspindel auch den Namen Dreule. Diese Geräte fanden vor allem im mittelalterlichen Instrumentenbau ihre Verwendung.

Diesen Bohrern mit Fidel- oder Riemenantrieb folgten die ersten vollmechanischen Bohrgeräte. Ein typischer Vertreter dieser Zeit ist der Drillbohrer. Er bestand aus einem Bohrfutter, dessen Welle als Schneckengewinde geformt war. Auf diesem Gewinde bewegte sich ein Handgriff auf und ab, der mit der einen Hand geführt wurde. Den oberen Abschluss der Welle bildete ein pilzförmiger Holzteller, auf dem die andere Hand den nötigen Druck zum Bohren ausübte. Wurde nun der Handgriff auf und ab bewegt, drehte sich das Schneckengewinde und der Bohrer rotierte auf dem Werkstück.

Drillbohrer waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts weit verbreitet und sogar heute finden sich noch einzelne Exemplare in alten Werkstätten.

Bohrleiern oder Brustleiern bestanden aus einem zweifach abgewinkelten Gerät, das ebenfalls mit dem Bohrer auf das Werkstück gedrückt wurde. Die zweifache Winkelung ergab eine Kurbel, mit der der Bohrer gedreht wurde. Ihre Entstehungsgeschichte führt in das 15. Jahrhundert zurück. Das Deutsche Museum (siehe Link oben) sagt aus, dass ihre Bedeutung mit dem Aufkommen der elektrischen Bohrmaschine verloren ging. Dem widerspricht der Autor, denn auch heute noch verwenden Zimmerleute und Tischler bei traditioneller Herstellung weiterentwickelte Modelle der Brustleier.

Mechanische Ausgereiftheit für leistungsstarke Bohrarbeiten

Seit etwa 1550 wurden Geschützbohrmaschinen verwendet, um Geschützrohren eine größtmögliche Präzision zu geben. Naturgemäß bestanden sie aus einem großen Gestell aus Holz, in das der Rohrrohling eingespannt wurde. Mit einem Flaschenzug wurde er von oben auf den Bohrer gedrückt und auch sein Eigengewicht sorgte für den Vortrieb. Die Rotation des Bohrers erzeugte ein Pferdegöpel.

Die Gebrauchsfähigkeit dieser Geschützbohrmaschinen wurde durch den Engländer John Wilkinson im Jahre 1774 noch wesentlich verbessert.

Ab circa 1830 folgten die ersten Säulen- und Ständerbohrmaschinen, die in Industriebetrieben und in den Handwerksbetrieben ihre Verwendung fanden. Sie bestanden anfangs aus einem Gestell und dem rotierenden Bohrer.

Wie wurden diese Ständerbohrmaschinen angetrieben?

  • Der Antrieb erfolgte durch eine Handkurbel oder durch ein Pedal, das getreten wurde.
  • Je schneller das Pedal bewegt wurde, umso schneller rotierte der Bohrer.

Vor allem der Engländer John Withworth sowie die Deutschen August Hamann und Johann Mannhardt machten sich mit der Serienfertigung von Ständer- und Radialbohrmaschinen einen Namen.

Besondere Innovation waren im Jahr 1890 die Mehrspindelbohrmaschinen. Diese Säulen- und Ständerbohrmaschinen wurden später auch an Transmissionen angeschlossen.

Transmissionen waren Wellen, die in einer Werkhalle beispielsweise unterhalb der Decke über die gesamte Länge der Wand drehbar befestigt waren. Auf diesen Wellen befanden sich Riemenscheiben, die per Treibriemen die Rotation auf die Maschine übertrugen. Angetrieben wurden solche Transmissionen anfangs durch Wasserkraft, später durch Elektromotoren.

Die Verwendung der elektrischen Energie für Werkzeuge beginnt

Im Jahr 1891 setzte das Zeitalter der elektrifizierten Bohrmaschine ein. Im Deutschen Museum ist eine Universal-Radialbohrmaschine der Firma Collet & Engelhard GmbH aus Offenbach ausgestellt. Sie wurde mit ihrem erheblichen Gewicht von 600 kg auf Rädern zum Werkstück gerollt und eine Gelenkwelle übertrug die Rotation des Motors auf die Bohrwelle.

Den nötigen Vortrieb erzeugte ein Handrad. Mit dieser Maschine waren bereits Bohrungen bis 40 mm Durchmesser möglich.

Bereits im Jahr 1867 gründete Wilhelm Fein seine „Werkstatt für elektrische und physikalische Apparate“. Er war ein beinahe fanatischer Erfindergeist, der zunächst medizinische Induktionsgeräte und den ersten Feuermelder erfand.

Im Jahr 1895 entwickelte Wilhelm Fein die erste elektrische Handbohrmaschine SZ 3. Sie läutete das Zeitalter der Elektrowerkzeuge ein. Ihr gedrungener Korpus und ihre zwei Handgriffe zeugten bereits von Robustheit und hohem Nutzen für den Anwender. Ihre 50 Watt elektrische Leistung bei 110 Volt Betriebsspannung indessen konnten sich auf Dauer noch nicht durchsetzen.

Ihr folgte bereits im Jahr 1914 die „Erste elektro-pneumatische Bohrmaschine mit einem Schlagwerk“. Sie gilt als Vorreiter der heutigen Schlagbohrmaschine. Im Unternehmen C & E Fein entstanden später aber auch Elektrowerkzeuge wie die erste elektrisch betriebene Blechschere oder die erste Stichsäge. Wilhelm Fein gilt bis heute als Begründer der elektrifizierten Werkzeuganwendung.

Die Firma Siemens Schuckert hatte die Zeichen dieser Zeit erkannt und brachte im Jahr 1900 ebenfalls eine elektrische Handbohrmaschine auf den Markt. Sie war mit 80 Watt bereits leistungsfähiger und mit ihrem Leichtmetallgehäuse wesentlich handlicher.

Erste mechanisch betriebene Handbohrmaschine mit Schnellspannbohrfutter

Nahezu parallel dazu kam aber auch die erste mechanisch betriebene Handbohrmaschine auf den Markt. Sie bestand aus einem Metallgehäuse, in dem ein Getriebe die Bohrwelle antrieb. Viele dieser Handbohrmaschinen besaßen auf der Bohrwelle sogar bereits ein Schnellspannbohrfutter. Den oberen Abschluss der Maschine bildete ein Teller, mit dem die Maschine beim Bohren auf das Werkstück gedrückt wurde. Mit einer seitlich angebrachten Kurbel wurde die Rotation des Getriebes auf die Bohrwelle übertragen. Diese Handbohrmaschinen konnten im Links-rechts-Lauf betrieben werden und waren auch bereits im Heimwerkerbereich sehr beliebt.

Von nun an wurden die elektrischen Bohrmaschinen immer leistungsfähiger und 1935/36 waren es wiederum C & E Fein, welche die erste Bohrmaschine mit Vierganggetriebe und 370 Watt Abgabeleistung auf den Markt brachten. Die DSC 75C bohrte bereits Löcher bis 32 mm in Stahl und war mit bis zu 6.700 U/min äußerst variabel bei verschiedenen Materialien einsetzbar.

Bohrtechnik im Wandel der Zeiten

Der Zweite Weltkrieg und die nachfolgende Teilung Deutschlands, aber auch der globalisierende Markt, brachten unterschiedliche Entwicklungen der Bohrmaschinentechnik mit sich.

In Westdeutschland waren Firmen wie Bosch, Siemens und AEG beständig an der Weiterentwicklung der Bohrmaschinen, Schlagbohrmaschinen, Bohrhämmer und Akkuschrauber beteiligt. Sie haben diese Maschinen zu ausgereiften Elektrowerkzeugen entwickelt, die heutzutage vom Heimwerkerbereich bis zum gewerblichen Einsatz eine äußerst breite Produktpalette bieten. In diesen Jahren verging keine Zeit, in der nicht ständig Neuentwicklungen auf den Markt kamen. Deutliches Beispiel ist der Boschhammer, der seit vielen Jahren als Synonym für Leistungsfähigkeit der Schlagbohrmaschinen und Bohrhämmer gilt.

Vergessen werden darf aber auch nicht die Entwicklung der Bohrmaschinen ihn der DDR. Leider finden sich dazu keine Zeitzeugen im Deutschen Museum. Für die kleingewerbliche Anwendung in der Werkstatt war die BM10 mit Aluminiumgehäuse eine äußerst robuste und dauerhafte Bohrmaschine ohne Schlag mit simpler, fast unzerstörbarer Technik. Die Multimax war eine Bohrmaschine mit Kunststoffgehäuse für den Heimwerker. Zu beiden Maschinen gab es für die Käufer, die in der Mangelwirtschaft gute Beziehungen zum Handel hatten, Zubehörteile wie Bohrmaschinenständer, Aufsatzblechscheren und Adapter für den Betrieb einer kleinen Kreissäge. Die erste Schlagbohrmaschine der DDR war durch ihr Metallgehäuse außergewöhnlich schwer. Sie sorgte angesichts ihrer fehlenden Rutschkupplung beim Festfressen des Bohrers für viele Arbeitsunfälle. Trotzdem war sie eine Innovation und erleichterte die Arbeit. Mit dem Ende der DDR verschwanden diese Bohrmaschinen vom Markt, denn ihre Technik entsprach nicht mehr den Marktanforderungen.

Aktuell nimmt die Bohrmaschinentechnik ein nahezu unüberschaubares Feld der Elektrowerkzeuge ein. Hochleistungsmaschinen für den gewerblichen Einsatz sind genauso erhältlich wie Billigprodukte, die die Bohrmaschine zur Massenware gemacht haben. Der Nutzen Letzterer ist umstritten und häufiger sollte hinterfragt werden, ob ihre Herstellung nicht bedenkenlose und unverantwortbare Verschwendung wertvoller Rohstoffe ist.

Umso mehr werden Bohrmaschinen Tests gebraucht, die sich mit leistungsstarken und benutzerfreundlichen Bohrmaschinen aller Sektionen befassen. Sie bewerten die Produkteigenschaften und beraten den zukünftigen Benutzer, welche Bohrmaschine für ihn optimal und effizient geeignet ist. Die Testberichte sind Ihnen dazu wertvolle Ratgeber.